Cannabis (Pflanze)
Botanik von Cannabis – ein strukturierter Überblick[1]
Cannabis ist botanisch eine hochgradig anpassungsfähige, einjährige Pflanze mit charakteristischen Blättern, komplexer Blütenbiologie und großer genetischer Vielfalt. Ihre Morphologie und Physiologie sind eng mit Umweltbedingungen und Züchtungsgeschichte verknüpft.
1. Systematik und Einordnung
Cannabis gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und ist eng verwandt mit dem Hopfen. Die Gattung umfasst einjährige krautige Pflanzen, die je nach Umweltbedingungen sehr unterschiedliche Wuchshöhen erreichen – von 20 cm bis über 5 m.
2. Morphologie der Pflanze
Wuchsform
Meist einjährig und krautig Wuchshöhe stark abhängig von Standort und Genetik. Kulturformen wachsen oft hoch und gerade, Wildformen eher buschig.
Blätter
Typisch handförmig gefiedert (palmat). 1–13 schmale, gesägte Fiedern. Hoher Chlorophyllgehalt → starke Photosyntheseleistung. Blattstruktur optimiert für Lichtaufnahme und reduzierte Verdunstung.
Wurzelsystem
Dominante Pfahlwurzel, die tief in den Boden reicht. Viele Seitenwurzeln → hohe Anpassungsfähigkeit an Trockenheit und nährstoffarme Böden
3. Blütenbiologie
Geschlechtertrennung
Cannabis ist überwiegend zweihäusig (diözisch).
Männliche Pflanzen: bilden Pollen in rispenartigen Blütenständen.
Weibliche Pflanzen: bilden kompakte Blütenstände mit harzreichen Drüsen (Trichomen).
Zwittrige Pflanzen kommen selten vor, oft durch Stress induziert.
Bestäubung
Windbestäubung
(Anemophilie)Weibliche Blüten sind unscheinbar, aber dicht mit Trichomen besetzt. Nach Bestäubung entstehen Achänen (Nussfrüchte).
4. Lebenszyklus und Photoperiodismus
Einjährigkeit
Der natürliche Lebenszyklus endet nach der Samenbildung im Herbst. Dauer:2 Monate (polare Regionen)bis über 10 Monate (Äquatornähe).
Blüteninduktion
Gesteuert durch Tageslänge: längere Dunkelphasen → Blüte Störungen der Dunkelphase können die Blüte verhindern.
Autoflower-Sorten blühen unabhängig vom Lichtzyklus.
5. Genetische Vielfalt und Anpassung
Die enorme Sortenvielfalt entsteht durch:Anpassung an Klima und UmweltSelektive Züchtung (z. B. feminisierte Samen, Harzproduktion, Wuchsform)Unterschiedliche Ökotypen wie Sativa, Indica, Ruderalis
[1] Eigenschaften von Hanf: Botanik, Sorten & Merkmale erklärt
